Messinstrumente

Die Wetterkunde (Meteorologie) benötigt eine Vielzahl von Instrumenten. Sie bilden die Grundlage für eine belastbare Wetteraufzeichnung. Bekannt sind Thermometer, Barometer, Niederschlagsmesser. Auf der Kalmit wurden ebenso Sonnenscheindauer, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang aufgezeichnet. Auch eine Aspirationspsychrometer kam zum Einsatz. Ab dem Jahr 1932 wurden auch phänologische Untersuchungen unternommen und Zooklimatologie betrieben.

Aspirationspsychrometer

Das Aspirationspsychrometer nach Aßmann ist ein Messinstrument, mit dem die wahre, nicht durch Sonnenstrahlung verfälschte Temperatur der Luft sowie indirekt die relative Feuchtigkeit gemessen wird.

Funktionsweise

Zum Verdampfen von Wasser wird Energie in Form von Wärme erforderlich. Sobald Luft über eine feuchte Fläche streicht, verdunstet das Wasser. Die dafür aufzuwendende Energie wird der vorbeiströmenden Luft entzogen. Dies führt zur Abkühlung der Fläche. Der Vorgang wird landläufig auch bei der Bestimmung der Windrichtung mit angefeuchtetem Finger genutzt. Bei feuchter Luft verdunstet nur wenig Wasser von der überstrichenen Fläche. Bei trockener Luft verdunstet vergleichsweise mehr Wasser von der Fläche.

Trockentemperatur / Feuchtetemperatur

Das Aspirationspsychrometer nach Aßmann besteht aus zwei Thermometern. Eines zeigt die Trockentemperatur t, das andere die Feuchttemperatur f an. Beide Thermometer sind durch eine Metallkonstruktion vor Strahlungswärme geschützt. Nur so lässt sich unbeeinflusst die tatsächliche Lufttemperatur messen. Unterstützt wird der Vorgang durch einen oben angebrachten Aspirator (lateinisch “aspirieren” = “einatmen, einsaugen”), der beide Thermometer mit einem konstanten Luftstrom um 2,5–3,0 Meter pro Sekunde ventiliert und so gleiche Verdunstungsverhältnisse sicherstellt. Die vorbeiströmende Luft bewirkt den Verdunstungsvorgang des Wassers. Die Temperatur am Feuchtethermometer fällt und zwar solange, bis der Wärmeinhalt der gesättigten Luft dem Wärmeinhalt der untersuchten Luft entspricht. Aus der Temperaturdifferenz des Trocken- und Feuchtthermometers (t−f) lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit bestimmen. Dies geschieht mit Hilfe der “Sprungschen Formel” . In der Regel werden die Werte aus vorberechneten Tafeln abgelesen. Mit der “richtigen” Mess- und Ablesetechnik kann die relative Luftfeuchte auf 1% genau bestimmt werden.

Internet

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Klima-Palatina GmbH.

Wetterhäuschen im Kalmitweinberg.

Literatur

Burckhardt, Hans (1937): Auftreten ungewöhnlich tiefer Feuchtigkeitsgrade. Mitteilung aus dem Observatorium Kalmit des Reichsamtes für Wetterdienst. In: Steinhauser, F., Süring, R. (Hg.): Meteorologische Zeitschrift, Bd. 54. Braunschweig: Vieweg und Sohn, S. 195.
Burckhardt, Hans (1934): Das Kalmit-Observatorium (673m). Mit 3 Abbildungen. In: Sonderabdruck aus dem XLIII. Jahrebericht des Sonnenblick-Vereins (Sonderabdruck), S. 7–11.

Quellen

Landesarchiv Speyer: LA Sp H 3 Nr.2290 - No 2290 / Ruinen / Akten / der / königl.[ich] bayer.[ischen] Regierung der Pfalz, / Kammer des Innern / Betreff: Kalmit=Thurm / bei / Maikammer. / I. Band / 1867 1914 -

Internet

[Sehr ausführliche und verständlich geschriebene Ausführungen zum Thema Luftfeuchte hier.] https://www.jumo.de/web/services/faq/humidity
« Idee zur Ausstellung Messinstrumente (Technik wird erklärt) »