Zu Besuch beim Meteorologen

Zeitungsbericht über den Meteorologen auf der Kalmit - Beim Meteorologen.

Den folgenden Text hören Sie in der Tonaufnahme: Der Pfälzische Merkur 1927 berichtet:

Genau um zehn Uhr auf der Kalmit, wo eben der Meteorologe beim Kaffee saß; denn früher hat er keine Zeit; um halb acht hat er erstmals die Instrumente zu kontrollieren, dann um neun Uhr sowie halb 3, halb 5, halb 10 Uhr. Alle diese Meldungen werden täglich nach München berichtet. Bei besonders schwierigen Wetterlagen, zum Beispiel bei Sturm, Hagel, Nebel, Gewitter, wird der Flugplatz Mannheim durch Telefon benachrichtigt.

Beim Ausgang aus dem Wohnraum ist das Barometer, hinter der Hütte, gegen Norden, steht das Wetterhäuschen, mit Drahtgitter umzäunt. Hier befinden sich die Thermometer (für naß und trocken, Maximum und Minimum) mit den Aufschreibeapparaten und das Blechgefäß für die Niederschläge. Auf dem Turm der mit einer Tür verschlossen ist, sind die Instrumente zur Ermittlung der Windstärke und Windrichtung, der Sonnenscheinschreiber, der angibt, wie lange die Sonne scheint. Ein Wolkenspiegel, der jedesmal mit hinaufgenommen wird, kann den Flug der Wolken, auch wenn er verschieden ist in höheren Regionen, abgelesen werden. Die Himmelsrichtungen sind am Rande des Spiegels angegeben.

Für den Meteorologen, Herrn Eisfeld sind im unteren Hüttenraum zwei Zimmerchen eingebaut. Sie sind sehr wohnlich. Arbeit gibt es so viel, daß die Pausen sehr kurz und Störungen durch Besuch zu vermeiden sind. Der Herr muß sich außerdem selbst kochen. Durch die vielen Beobachtungen, oft auch außergewöhnliche, und die damit verbundenen schriftlichen Arbeiten ist Herr Eisfeld sehr in Anspruch genommen. In seiner Einsamkeit gefällt es ihm gut und die Zeit vergeht rasch bei der Arbeit.

Täglich gegen halb 10 Uhr morgens kommt ein Junge von Maikammer, der Proviant bringt, die Schriftstücke und Zeitungen besorgt und auch die Räume zu reinigen hat. Gestern waren Mädchenschulen von Kaiserslautern und Speyer hier. Sonntags ist es sowieso sehr lebhaft, so daß manchmal auch Abwechslung in die Eintönigkeit kommt, mehr als dem Herrn lieb ist.

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