Bericht zum Holzanbau

Tonaufnahme zum blauen Turm.

Sie hören den folgenden Text:

Die beiden Pioniere Unteroffizier Habisreuthinger und Leutnant Heyer werden am 21. Dezember 1916 von München aus nach der Kalmit in Marsch gesetzt, also 3 Tage vor Heiligabend.

Lt. Heyer berichtet nach der Rückkehr nach München am 29. Dezember 1916 wie folgt:

Ohne Schaffung eines erhöhten Standpunktes können von dem Kalmitplateau Pilotvisierungen nicht ausgeführt werden,weil Bäume und die Unterkunftshütte des Pfälzer Waldvereins den Rundblick hindern. Auch die Plattform des 9 1/2 m hohen,steinernen Aussichtsturmes ist zu diesem Zweck nicht geeignet, weil der Austritt einer innen aufgeführten Wendeltreppe,sowie ein oben angebrachtes trignonm.Zeichen den zum Visieren nötigen Platz nicht mehr gewähren. Auf einfachste Weise wird die Möglichkeit zur Ausführung von Piltovisierungen dadurch geschaffen, dass man an den bestehenden steinernen Turm einen Holzturm anbaut,so dass dessen 4 qm grosse Plattform mit jener des Steinturmes auf gleiche Höhe kommt. In diesem Fall kommt die Aufführung einer besonderen Treppe in Wegfall,da die steinerene Wendeltreppe des Aussichtsturmes verwendet werden kann. Im unteren Teil des Holzturmes könnte zweckmässi8g durch Verschalen ein Raum zur Aufbewahrung der Gasflaschen und zum Füllen der Ballone geschaffen werden. Das nötige Baumaterial ist in Neustadt vorrätig. Die zu den Pilotvisierungen benötigten Leute können bei der auf der Kalmit stationierten Fliegerwache (7 Mann) im vorderen Raum der Unterkunftshütte des Pfälzer Waldvereins untergebracht werden. Dieser Verein hat hiezu seine Genehmigung ausgesprochen. (Beilage 1). Die Verpflegung wäre ähnlich zu gestalten wie bei den Mannschaften der Fliegerwache, die auf Selbstverpflegung angewiesen sind und denen zum Transport der Lebensmittel ein Maultier zur Verfügung steht. Wasserstoffgas,von dem monatlich etwa 20 Flaschen benötigt sind,kann bis Station Maikammer geschickt werden, der Transport auf die Kalmit wäre zweckmässig bei der Ers.Abtl.12.F.A.R. zu beantragen,da diese Abteilung alle 14 Tage den Kohlentransport für die Fliegerwache ausführt. Für telephonische Uebermittlung der Aufstiegsresultate steht ein bereits errichtetes Militärtelefon zur Verfügung.

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