Das Kalmithaus, auch Ludwigshafener Hütte oder Kalmithütte steht auf dem höchsten Gipfel des Pfälzerwaldes. Die erste urkundlich nachweisbare Hütte wurde im Jahre 1908 errichtet (möglicherweise gab es zuvor schon eine kleine Schutzhütte für Waldarbeiter). Diese Hütte 1908 stammte von der Jubiläumsausstellung der Stadt Mannheim. Sie feierte 300 Jahre Gründung der Stadt. Die opulenten Feierlichkeiten spielten sich hauptsächlich um den Wasserturm herum ab. Aber auch ein eigenes Jubiläumsgelände war errichtet worden.
Die Hütte, die auf den Kalmitgipfel befördert wurde, entspricht exakt den Plänen, die von der Firma Johann Brodesser (Zimmergeschäft mit Maschinenbetrieb) als Bauanzeige eingereicht wurden. Es wird ein Baupreis von 1.400 Mark erwähnt. Es folgt der Zusatz “unter großen Schwierigkeiten zur Kalmit transportiert”. Die Firma Brodesser meldete Baubeginnanzeige am 19. April 1908 und beendete das Vorhaben formal mit der Bauvollendungsanzeige vom 25. April 1908.
Nach dem ersten Bau 1908 folgten mehrere Umbauten und Neubauten, die wie folgt zu benennen sind: Kalmithütte (1936) / Kalmithütte (1957) / Kalmithütte (1983)
Luschka und Wagenmann
Die Firma Luschka und Wagenmann hatte anlässlich des Stadtjubiläums zu Werbezwecken eine Holzhütte errichtet. Sie zeigte das Spektrum der in der Firma eingesetzten Hölzer. Die Hütte erinnerte in ihrer Form an Bauten des Alpenlandes. Dem Pfälzerwald-Verein gelang es, diese Hütte zu erwerben. Sie wurde vom Bahnhof Mannheim zum Bahnhof Maikammer transportiert. Dort konnten das Material auf einen Ochsenkarren verladen werden. Diese brachte die zerlegten Teile auf den Kalmitgipfel. Der Weg dorthin war äußerst beschwerlich. Die Kalmitstraße sollte erst knapp 30 Jahre später eröffent werden. So mussten die gängingen Waldwege benutzt werden.
Die Firma Luschka und Wagenmann (die es heute - 2025 - noch gibt) handelte damals mit exotischen Hölzern. Heute ist der Betrieb breiter aufgestellt und befasst sich mit den Themen: Trockenbau / Deckensysteme / Farbe / Dämmstoffe / Ökologische Produkte / Putze + WDVS / Türen + Zargen + Fenster / Türen / Fenster / Haustüren / Parkett + Laminat + Paneele / Holz + Holzwerkstoffe / Terrassendielen / Sitz der Firma ist: Mannheim.
Aufbau der Hütte 1908
Die Ortsgruppe Ludwigshafen am Rhein des Pfälzerwald-Vereins stellte Antrag an das Bürgermeisteramt Maikammer (Baupolizei zur Weiterleitung an das Bezirksamt Landau - Baugegehmigung). Inhalt war die Errichtung einer Schutzhütte auf der Kalmit (1908). Es gab eine vorlaufende Anfrage der Ortsgruppe Maikammer des Pfälzerwald-Vereins (1907) an das Forstamt Neustadt a.d. Haardt/Süd, ob von dortiger Seite einer Hütte zugestimmt werden könne. Diese Anfrage wurde aber nicht weiter verfolgt. Damit kam die Ortsgruppe Ludwigshafen (heute Ludwigshafen-Mannheim) zum Zuge. Die Hütte wurde am 25. April 1908 fertiggestellt.
Bürgermeisteramt Maikammer erteilt Genehmigung
An das königl. Bezirksamt Landau Betreff: Errichtung einer Schutzhütte auf der Kalmit, Gemeindewald Maikammer, durch den Pfälzerwaldverein in Ludwigshafen. / Zum Erlasse vom 19. Dezember 1907 No. 10781 R. mit 2 Beilagen. Zum nebenbezeichneten Auftrage, welcher anbei ergebenst vorgelegt werde, werden anliegend der Plan und eine Photographie der zu erbauenden Schutzhütte auf der Kalmit zur weiteren Amtshandlung unterbreitet. Seitens der Gemeinde Maikammer bestehen gegen das Projekt keine Bedenken, der Gemeinderat hat durch Beschluß vom 7. Dezember 1907 zur Aufstellung der Hütte und zur unentgeltlichen Ueberlassung des erforderlichen Geländes die Genehmigung erteilt. Das Bürgermeisteramt Wolf.
In der Rückmeldung an das Bürgermeisteramt Maikammer heißt es, man möge noch in Erfahrung bringe:
- ob ein Feuerraum(?) oder Kamin in der Schutzhütte angebracht werden solle
- ob die Schutzhütte nur 1 Stockwerk erhält,
- wie groß der Flächenraum der Schutzhütte ist. K. Bezirksamt Unterschrift (vermutlich “Stemler”)
In der Antwort schreibt die Gemeinde Maikammer an das Königliche Bezirksamt Landau: “mit dem Berichtet ergebenst zurück, daß nach Angabe des Vorstandes der Ortsgruppe Maikammer die aufzustellende Schutzhütte eine massive Feuerstelle mit Kamin nicht erhalten soll. Zur Beheizung soll ein einfacher Ofen wie in anderen Jagd=Hütten auch aufgestellt werden, der Rauch wird durch ein Rohr abgeleitet, welches über Dach mit einem Funkenfänger versehen wird. Die Schutzhütte erhält nur ein Stockwerk, der Flächen Raum der Hütte wird 140 bis 145 qm betragen. Maikammer, am 21. Januar 1908. Das Bürgermeisteramt Wolf.”
Situationsplan und Ansichtskarten der Kalmit aus dieser Zeit
Der Situationsplan zeigt die Lage der Schutzhütte auf dem Kalmitgipfel, südwestlich des Turmes und des Königssteines (Denkmal). Südöstlich ist ein Eintrag “Aussicht”. Der Plan wurde im Auftrag des Pfälzerwald-Verein e.V. / Ortsgruppe Ludwigshafen a. Rh., den 11. Januar 1908 gefertigt.
Die Ansichtskarte zeigt die Blockhütte, die auf der Jubiläumsausstellung Mannheim 1907 stand. Im Hintergrund sind Mietshäuser (wohl in Mannheim) zu erkennen. Die Hütte trug die Bezeichnung “Mannheimer Hütte”.
Antrag auf baupolizeiliche Genehmigung durch Johann Brodesser
Am 24. Februar 1908 geht beim Bürgermeisteramt ein Brief ein mit dem Titel “Gesuch des Pfälzerwald-Vereins Ortsgruppe in Ludwigshafen a/Rhein um baupolizeiliche Genehmigung zur Aufstellung ihrer Schutzhütte auf der Kalmit bei Maikammer. Beilagen: 2 Baupläne.” Wir bitten um Erteilung der baupolizeilichen Genehmigung zur Aufstellung unserer Schutzhütte auf der Kalmit. / Pfälzerwald-Verein E.V., Ortsgruppe Ludwigshafen a. Rh. / Otto Linck II. Vorgelegt mit 2 Plänen und ./. Beil. dem K. Bezirksamt Landau ohne Erinnerung vom Standpunkte der Ortspolizei.
Joh. Brodesser. / Zimmergeschäft mit Maschinenbetrieb. Am 19. April 1908 reicht Brodesser die Baubeginnsanzeige ein. “An das Kgl. Bezirksamt Landau. dem Kgl. Bezirksamt zur Mitteilung, daß mit dem Aufbau der Schutzhütte auf dem Kalmitberge bei Maikammer gebonnen wurde. Hochachtend Der Bauleiter und Unternehmer (Unterschriften)” Es folgt die Kontrollanzeige: Kh. an Herrn Bezirksbaumeister Staudinger zur Vornahme der Kontrolle übersandt. Landau, den 27. April 1908. K. Bezirksamt (Unterschrift)
Joh. Brodesser. / Zimmergeschäft mit Maschinenbetrieb. Bereits am 25. April 1908 folgt die Bauvollendungsanzeige. “An das Kgl. Bezirksamt Landau. Dem Kgl. Bezirksamt zur Mitteilung, daß der Aufbau der Schutzhütte auf dem Kalmitberge bei Maikammer beednet ist. Hochachtend Der Bauleiter und Unternehmer. (Unterschriften)”
Zustellungs-Nachweis. Der unterzeichnete Vorstand des Pfälzerwaldvereins Ortsgruppe Ludwigshafen bescheinigt hiermit den Empfang des genehmigten Bauplanes über Errichtung einer Schutzhütte auf der Kalmit, Gemeindewald Maikammer und bstätigt die Aufforderung, daß vor Beginn und nach Beendigung der Bauarbeit die vorschriftsmäßige Anzeige an das Bürgeremeisteramt Maikammer erstattet werden muß. Ludwigshafen, am 11 März (durchgestrichten) (darüber) April 1908. (Unterschriften)
Die Durchführung des Bauplanes erfolgte am 27. März 1908. Maikammer am 13. April 1908.
Umbau im Jahr 1936
Im Landesarchiv Speyer wird Schriftgut zur Kalmithütte verwahrt. Es handelt sich um den Schriftverkehr des Pfälzerwald-Vereins wegen der Errichtung einer Hütte auf dem Kalmitgipfel. Regest aus den Urkunden: Der Pfälzerwald-Verein Ortsgruppe Ludwigshafen beantragt den Umbau der Schutzhütte auf der Kalmit mit Gesuch vom 8. Juni 1936. Der Bau wird von Architekt Heine geplant. Er übernimmt auch die Bauleitung und zeigt den Beginn der Arbeiten mit dem 28. Juli 1936 an. Der Bau ist fertiggestellt am 23. Dezember 1936.
Baugesuch
Ludwigshafen, den März 1936 (ohne Tagesdatum) / An das Bürgermeisteramt Maikammer / Betreff: Gesuch des Pfälzerwaldvereins Ortsgruppe in Ludwigshafen um baupolizeiliche Genehmigung zum Umbau der Kalmithütte Gebäudes / “Ich bitte um Erteilung der baupolizeilichen Genehmigung zum Umbau unserer Kalmithütte auf der Kalmit bei Maikammer”. Vorgelegt mit 2 Plänen dem Bezirksamte Landau / Maikammer, den 8. Juni 1936. Eingangstempel Bezirksamt Landau i.d. Pf. 10. Juni 1936 / weiter an Bezirks-Baubüro Landau i.d.Pfalz 13. Juni 1936.
Plan des Architekten Karl Heine aus Maikammer
In den Unterlagen im Landesarchiv liegt auch ein Plan. Er zeigt einen Grundriss, zwei Ansichten (Süden und Westen), einen Schnitt und einen Tragwerksplan und ist datiert mit “März 1930”. Auf dem Plan sind mehrere Unterschriften. Für den Pfälzerwald-Verein zeichnen “Kederer”, ebenso als Verwalter des Aussichtsturms sowie der Architekt und Planverfasser Karl Heine aus Maikammer.
Anzeige zum Baubeginn
“Dem Bezirksamt in Landau erstatte ich”[…] gem. “Bescheide vom 15.ten Juni 1936”[…] “am 28. Juli 1936 beginnen werde”. / Architekt Heine / Maikammer 28. Juli 1936 /Bauleiter Heine, Arch. / Bauherr Pfälzer Wald-Verein i. V. Emil Weiß / Weitere Vermerke.
Baugenehmigung
Landau, 9. Juli 1936 / Baupolizeilich genehmigt unter Vorbehalt der Vorschriften der allgemeinen Bauordnung und sonstigen baupolizeilichen Bestimmungen und einiger Bedingungen.
Anzeige zur Bauvollendung
“Dem Bezirksamt in Landau erstatte ich”[…]“Bescheide vom 9. Juli 1936”[…]“am 23. Dezember 1936 vollendet worden ist.” / Architekt Heine / Maikammer 23. Dezember 1936 / Bauherr Pfälzer Wald-Verein i. V. Emil Weiß / Weitere Vermerke. Handschriftlich unten: 1. die Kamine sind noch mit Funkenfängern zu versehen / Landau, 23. Dezember 1937 (also ein Jahr später).
##Situation nach dem WK II Am 1. September 1953 wurden Hütte und der Kalmitgipfel (in einem offiziellen Übergabeakt vom 11. Oktober 1953) von der französischen Besatzung an die Ortsgemeinde Maikammer zurückgegeben. Hütte und Turm waren in einem erbärmlichen Zustand.
Neubau der Hütte 1957
Erstmals taucht die Bezeichnung “Kalmithaus” auf. Die Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim erhält Gelder aufgrund der Kriegsschäden. Durch Spenden ergänzt, konnte eine neue Hütte gebaut werden.
Neubau der Hütte 1983
Eine Gasexplosion zerstörte die Hütte am 14. Oktober 1981 kurz vor 11:27 Uhr. Nach der verheerenden Gasexplosion wurde eine neue Hütte in Angriff genommen. Sie wurde am 12. Juni 1983 eingeweiht. Einen vorläufigen Betrieb gab es seit dem 8. April 1982. Die Planung des Neubaus oblag dem aus Alsterweiler stammenden Architekten Franz-Josef Damm.
Internet
(Bitte beachten Sie: Wegen der eingeschränkten Mobilfunkverfügbarkeit auf der Kalmit, sind bei externen LINKS sehr lange Ladezeiten möglich.)[Weitere Informationen zum Kalmithaus, insbesondere die detaillierten Übertragungen der Urkunden finden Sie hier. Die Seite wird fortgeschrieben]https://alsterweiler.matthiasdreyer.de/wiki/Kalmith%C3%BCtte_(1908)
[Pfälzerwald-Verein Ludwigshafen-Mannheim e.V.] (https://kalmithaus.de/)