Im Doku-Zentrum sind insgesamt vier Räume angelegt. Die Räume verteilen sich über drei Etagen. Im Rahmen einer gebuchten Führung können Sie auch die Aussichtsplattform erklimmen. Von dort haben Sie einen weitreichenden Blick in den Pfälzerwald. Besuchen Sie dazu die Seite: https:www.klima-palatina.de
Das Doku-Zentrum ist kein Museum. Es ist eine Dokumentationsstelle der Ereignisse rund um den Kalmitgipfel. Die Vermittlung erfolgt mittels Schildern und Tafeln oder Plakaten. Einige wertvolle Objekte werden hinter Glas aufbewahrt. Alles ist selbsterklärend. Die Räume sind thematisch geordnet und durch Farbgebung unterschieden.
EG - Eingang - Brauner und Blauer Raum…
Brauner Raum
1 - NAMEN - Den Kalmitnamen erklären… Links neben der Eingangstür wird die Herkunft des Namens “Kalmit” erläutert. Es ist der “Calvus Mons”, also der kahle Berg, die kahle Anhöhe. Die erste Erwähnung geht auf einen Vertrag der IV. Mittelhaingeraide zurück.
2 - TURM - Ein architektonisch wertvoller Ort… In architektonischer Hinsicht ist der Kalmitturm ein Ausdruck seiner Zeit. Die äußere Ansicht folgt dem Heimatschutzstil mit den markanten Sandsteinen. Ein Fensterband in der Längsachse und ein Fensterband für die Wetterbeobachtung prägen den Turm. Der Entwurf stammt von Josef Müller, einem Architekten aus Neustadt an der Weinstraße.
3 - DENKMAL - In Erinnerung an den bayerischen König aus der Pfalz… Das Denkmal zu Ehren des 25-jährigen Kronjubiläums von König Max I. wurde von Bürgern aus Maikammer und Alsterweiler gestiftet.
Blauer Raum
1 - WANDSCHRANK - Wandschrank mit Messinstrumenten Im Wandschrank sind einige Messinstrumente ausgestellt. Sie funktioneren alle analog und ohne Strom.
2 - SCHAUKASTEN 1 - Meteorologen auf dem Kalmitturm Auf dem Kalmitturm waren mehrer Meteorologen tätig. Schon während der Flugbeobachtungen (Flieger- und Pilotvisierungen) waren auch meteorologische Aufgaben zu verrichten. Für diese Zwecke war der alte Kalmitturm (1868 erbaut) nicht mehr tauglich. Deshalb wurde im Jahre 1916 ein Holzturm angebaut. Mit diesem Holzbau ist der Name Leutnant Heyer und Obergefreiter Habisreutinger verbunden. Letzerer wurde dann auch für meteorologische Arbeiten eingesetzt.
In den Jahren 1920/21 liefen die Bemühungen um die Wiedereinrichtung der Wetterwarte auf Hochtouren. Die bayerische Landeswetterwarte bildete dazu Leonhard Egersdörfer aus. Dieser wurde zum Donnersberg entsand und sollte dann zur Kalmit wechseln. Die Forschungslage ist hier etwas unvollständig. Jedenfalls gibt es noch keine Urkunde, die den Dienst von Egersdörfer im Kalmitturm belegt. Danach trat etwas Ruhe ein. Erst im April 1927 nahm dann Erich Eisfeld ganz offiziell den Betrieb als Meteorologe auf dem Kalmitturm auf.
Ihm folgte im Jahre 1930 Karl Sonntag, nachdem Fritz Hieep eine Übergangszeit überbrücken half. Nach Sonntag folgte Hans Burckhardt.
3 - SCHAUKASTEN 2 - Das phänologische Untersuchungsfeld
OG I - Grüner Raum…
1 - KALMITHAUS - Das Haus des Pfälzerwald-Vereins… Im Jahre 1908 brachte der Pfälzerwald-Verein die erste Hütte mit Ochsenkarren auf den Gipfel. Das Haus stammte aus einer Ausstellung in Mannheim.
2 - DIE KALMITSTRASSE - Pioniertat und Arbeitsbeschaffung… Der Bau der Kalmitstraße gilt als Pioniertat des aus Speyer stammenden Franz Allmaras. Er war als Bauingenieur für das Deutsche Reich in Afrika tätig. Seine Mutter stammt aus Alsterweiler, dort weilte er des öfteren. Die Arbeiter für das Mammutwerk wurden im Rahmen einer Arbeitsbeschaffung geworben. Es waren Mitarbeiter des in Konkurs geratenen Emaillierwerkes Gebrüder Ullrich.
OG II - Roter Raum…
Im Medienraum werden Filme gezeigt und Vorträge gehalten.
Beachten Sie die Urheberrechte! (Hinweise auf der letzten Seite (Impressum) - Rückseite des Blattes)
AUFBAU DER AUSSTELLUNG
Schilder
Jedem Objekt ist eine quadratische Beschilderung zugeordnet und ein separates Plakat gewidmet. Auf dem quadratischen Schild finden Sie unten links die “Ansprache”, also den Raum sowie die Objekt Nummer. Das Schild trägt oben links ein kleines Bild zum Thema, daneben einen zusammenfassenden Text und zwei QR-Codes. Ein Code führt zu einer Audiodatei, der zweite zu einem ausführlichen Text zum Objekt und zu Recherchemöglichkeiten. Ein Beispiel: Ebene I Blauer Raum Objekt 1 Nr.1
Tafeln und Plakate
Die Tafeln (in den Schaukästen oder frei hängende Tafeln) liefern weitergehende Informationen zu den Objekten oder zeigen ein markantes Objekt in voller Größe. Sie können sich frei in den Räumen bewegen. Eine Aufsichtsperson ist zugegen. Sie beantwortet gerne Ihre Fragen. Führungen werden nach Ankündigung angeboten. Im Winter ist der Turm geschlossen.
Der Kalmitgipfel ist mit 673,64 Metern Höhe die höchste Erhebung im Pfälzerwald. Hohe Berge waren schon immer Anziehungspunkte. Schon im 16. Jahrhundert wird die Kalmit erwähnt. Dabei ging es um Nutzungsrechte an Holz, an der Jagd. Sie wurden in einem Vertrag des Fürstbischofs von Speyer mit den Haingeraidegenossen geregelt. Wir können davon ausgehen, daß der Kalmitgipfel bereits im 18. Jahrhundert Teil von Vermessungsarbeiten war. Zu denken ist dabei an die Bemühungen der Kurpfalz um die Anlegung der Kurpfalzachse. Jedenfalls dürfte spätestens zur französischen Zeit der Pfalz ein Höhenmesspunkt auf dem Gipfel eingerichtet worden sein. Er lag sicher nicht in einer der bekannten Messachsen von Mainz nach Paris. Vermutlich war es auch kein “Dillegraph” (pfälzische Aussprache für den télégraphe). Spätestens mit der Errichtung des Denkmals für König Max I. von Bayern gewinnt der Gipfel an touristischer Aufmerksamkeit. Die Bürger von Alsterweiler und Maikammer spendeten für das Denkmal. Und es lag nahe, dieses Ehrenmal zum 25-jährigen Kronjubiläum auf dem höchsten Punkt der Gemeinde zu errichten. Wenige Jahre (1868) darauf entstand der erste Turm auf dem Gipfel. Im Jahre 1908 folgte die erste Kalmithütte. Die Heimatforscher Mehlis, Häberle und viele mehr haben die Kalmit in ihrer geologischen, landschaftlichen und erdgeschichtlichen Dimension beschrieben. Bereits in den frühen Landschaftsbeschreibungen für Reisende am Rhein ist die Kalmit erwähnt. Für klimatische Untersuchungen diente der Kalmitgipfel bereits zu Zeiten des bekannten Johann Jakob Hemmer im 18. Jahrhundert ersten Überlegungen. Spätestens mit den Bemühungen des Pfälzerwald-Vereins zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann die Kalmit an meteorologischer Bedeutung. Es folgten die bayerische Wetterwarte und das phänologische Untersuchungsfeld.
Weitere sehenswerte Objekte und Orte am Kalmitgipfel:
Denkmale für die Gefallenen des I. und II. Weltkrieges / Gedenktafel des Verschönerungsvereins für den Eisenbahn- magnaten Hilgard-Villard / Grabmal für Jobs Blum / Kalmitweinberg im geplanten Klimagarten / Felsenmeer